Wie sterbenden Menschen beistehen?
Das Lebensende und Sterben von nahestehenden Menschen macht uns oft hilflos. Das Wissen über Sterbebegleitung geht zunehmend verloren. Wir haben Berührungsängste, wissen nicht, was wir tun können bzw. sollen und haben Angst, etwas falsch zu machen.
Um in solchen Situationen handlungsfähig zu bleiben, vermittelt ein Letzte Hilfe Kurs Basiswissen zur Begleitung Sterbender. Er ermutigt dazu, sich Sterbenden zuzuwenden und stärkt das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Er gibt den Teilnehmenden konkrete Tipps an die Hand (z.B. Mundpflege zu nicht-medikamentöser Linderung von Beschwerden) und regt zur Auseinandersetzung mit dem Thema Endlichkeit des Lebens an. Selbstverständlich können im Kurs auch Fragen und Ängste angesprochen werden.
Der Kurs (Dauer: 4 Std.) ist kostenfrei und steht allen interessierten Menschen offen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten.
Termine für offene Kurse finden Sie unter Aktivitäten -> Termine und Veranstaltungen.
Gerne bieten wir auch Kurse auf Anfrage an (ab einer Teilnehmerzahl von 6 Personen). Unsere Kursleitungen sind ausgebildet für folgende Angebote:
Bei Interesse melden Sie sich bitte unter Tel. 0861 909612-140 oder info@netzwerk-hospiz.de.
Letzte Hilfe Kurse werden auch vom Ambulanten Hospizdienst der Caritas Traunstein (www.caritas-hospiz-traunstein.de) und vom Hospizverein Berchtesgadener Land e. V. (www.hospizverein-bgl.de) angeboten.
Palliativkompetenz für Pflegepersonal
Wir möchten Pflegekräfte unterstützen und ihnen Sicherheit geben, Palliativpatienten in Einrichtungen und in der ambulanten Pflege kompetent zu versorgen. Oberstes Ziel ist dabei die Umsetzung der Wünsche der Patienten und das Erhalten bzw. Sicherstellen größtmöglicher Lebensqualität bei schwerer, nicht heilbarer Erkrankung.
Dazu bieten wir jeweils eine Stunde – in Ihrer Einrichtung – zu diesen Themen an:
Die 8 Stunden können als Gesamtpaket oder einzeln angefragt werden. Sie sind als gemeinsamer Austausch gedacht, so dass wir auch auf spezielle Bedürfnisse der Einrichtung eingehen können.
Kosten: 200,- € pro Stunde, inkl. Referentenkosten, Anfahrt und Handout. Es können bis zu 20 Mitarbeiter teilnehmen.
Anfragen und Terminvereinbarung bitte unter Tel. 0861 909612-0 oder Uta.Sommer-Lihotzky@netzwerk-hospiz.de
Aus der Kraft des Atems schöpfen
Palliative Atemarbeit in der SAPV und in der AAPV (Brückenschwestern)
Wenn im klinischen Umfeld von Atemtherapie gesprochen wird, ist zumeist die klinisch-medizinische Atemtherapie gemeint, die sich mit den Krankheiten und Funktionsstörungen von Lunge und Stimmapparat befasst. Physiotherapeutisch können vor allem die körperlichen Beschwerden bei Störungen der Atmung behandelt werden. Die Palliative Atemarbeit hingegen nutzt den Atem als Weg zur Verbindung von Körper, Seele und Geist. Sie basiert auf einem alten „Atemwissen“, das in vielen früheren Kulturen bekannt war, und spricht den Menschen in seiner Ganzheit, in seinem Wesen an.
Anders als in der klassischen Atemtherapie kommen die Patienten nicht zu mir, sondern ich mache mich auf den Weg, um sie aufzusuchen. Dem Erstkontakt kommt somit eine hohe Bedeutung zu. In der ersten Begegnung ist der Aufbau einer Vertrauensebene wichtig. Wenn ich den Atem anspreche, wird mein Ansinnen zumeist leicht verstanden und auch angenommen, obwohl den Patienten Atemtherapie fremd ist und sie sich nichts darunter vorstellen können. Sie fürchten sogar häufig, es wäre anstrengend oder gar schmerzhaft.
Die erste Begegnung mit den Patienten wird mir in der Regel durch das Team vermittelt, d.h. ich werde zu diesem oder jenem Patienten „geschickt“. Manchmal wird mir auch jemand „ans Herz gelegt“, andere erwarten mich schon, oder ich „finde“ sie. Durch die auf den Atem bezogene Berührung gehe ich auf ihre Bedürfnisse ein, auch wenn sie nicht in der Lage sind, diese zu artikulieren.
Die Krankheitsprozesse der Patienten sind oft unberechenbar, heftig und stark wechselnd. Sehr selten umfasst der Behandlungsprozess mehr als sechs Behandlungen. Doch auch das ist ungewiss. Jede Behandlung ist einmalig.
Die Einfühlung in den schwerkranken oder sterbenden Menschen ist mir besonders wichtig: auf seinen Atem zu lauschen, empathisch mit ihm sein. Wenn die Begegnung gelingt, wird mir die innere Befindlichkeit des Menschen deutlich und ich halte sie erst einmal mit ihm aus. Vielleicht finde ich auch eine Antwort auf das, was mir der Patient durch seinen Atem, seine Symbol- und Körpersprache mitteilen will. Mit Hilfe des Atems und der Berührung kann ich, wenn es sein soll, auch Linderung bewirken.
Christine Heidenreich, Atem- und Körperpädagogin, Palliative Care Fachkraft
Eine Gesprächsbegleiterin bespricht in mehreren Terminen ausführlich verschiedene medizinische Szenarien, um auf Grundlage der individuellen Einstellungen zum Leben, schwerer Krankheit und Sterben eine Versorgungsplanung zu verschriftlichen. Durch diese erweiterte Patientenverfügung (inkl. Notfallbogen) soll gewährleistet werden, dass Menschen im Krankheitsfall so behandelt werden, wie es ihren individuellen Wünschen entspricht.
Dieses Angebot steht unseren Vereinsmitgliedern gegen einen geringen Unkostenbeitrag zur Verfügung.
Für Bewohner in Pflegeheimen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten. Weitere Informationen für Pflegeheime finden Sie hier.
Frühzeitige Beratung bei Tumorerkrankung
Die Lebensqualität auch bei fortgeschrittener Erkrankung zu erhalten, ist das wichtigste Ziel eines palliativmedizinischen Behandlungsansatzes. Bei frühzeitiger Einbindung in die onkologische Therapie können Unterstützungsangebote optimal vorbereitet und somit die persönlichen Bedürfnisse bis zuletzt respektiert werden.
Wir bieten in Zusammenarbeit mit der onkologischen Gemeinschaftspraxis Dres. med. Tanzer – Stöberl in Bad Reichenhall sowie mit dem Verein „Gemeinsam gegen den Krebs“ und der Palliativstation in Traunstein eine kostenlose Sprechstunde an. Hier können Patienten sowie Angehörige in Ruhe mit unseren Mitarbeitern über ihre Sorgen und Bedenken sprechen. Dabei können nicht nur medizinische Fragen zur Behandlung von belastenden Symptomen wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Angst thematisiert werden. Ein wichtiger Bestandteil der Beratung sind Fragen, die darüber hinausgehen: Pflegerische Fragestellungen, die neben der Versorgung mit Hilfsmitteln auch die nicht-medikamentöse Behandlung von Symptomen umfassen, soziale Beratung zu Hilfsgeldern und anderen Unterstützungsmöglichkeiten. Die Sprechstunde befasst sich ebenso mit den Möglichkeiten, die Versorgung zuhause zu optimieren und somit unerwünschte Krankenhauseinweisungen zu vermeiden. Dabei spielt die Vorsorgeplanung, wie z.B. die Niederschrift von Wünschen nach Therapiebegrenzung im Rahmen einer Patientenverfügung, eine wichtige Rolle. Auch spirituelle Fragen, die bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit auftreten, werden wertschätzend und empathisch begleitet.
Bitte melden Sie sich vorab zu den Sprechstunden an:
„… es geht nur um die Anerkennung der Würde des Menschen. Es geht nur darum zu sagen:
Dieser Mensch ist wichtig und zwar bis zum letzten Atemzug seines Lebens.“
(Cicely Saunders; Begründerin der Hospizbewegung)
Der Stiftungsfonds Heilwig ist aus dem persönlichen Erleben gegründet, dass Menschen mit Behinderung, insbesondere mit einer geistigen Behinderung, an ihrem Lebensende noch zu wenig palliative Versorgung und Begleitung erfahren, die ihnen laut Gesetzgebung zustehen WÜRDE.
Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite: https://www.stiftungsfonds-heilwig.de
Stiftungsfonds Heilwig – Trostberger Tagblatt 10.02.2021
Auch bei uns in den Landkreisen BGL und TS möglich! Bei Interesse melden Sie sich einfach im Büro.
