22.10.: „Die Lebenszeit des Sterbens“ – Gedanken zum Umgang mit assistiertem Suizid

Dienstag, 05.05.2026

Vortrag und moderierte Diskussion mit Frau Dr. Christina Kaneider, Innsbruck, und Dr. Christoph Jung

Immer mehr Menschen machen sich Gedanken, wie sie ihr Lebensende würdevoll gestalten möchten. Die Möglichkeit, Suizidassistenz in Anspruch zu nehmen, wird mit dieser Würde verknüpft. Sie ist in der Gesellschaft angekommen. In der Umsetzung aber ist noch vieles ungeklärt. Ist die Entscheidung freiverantwortlich getroffen? Blieben noch Alternativen? Ist es die beste Entscheidung für alle Beteiligten? Wie läuft ein solcher Entscheidungsfindungsweg ab? Ist assistierter Suizid die akzeptierte oder gar wünschenswerte Antwort unserer Gesellschaft auf einen immer schwieriger zu leistenden Generationenvertrag und explodierende Kosten des Gesundheitswesens? Und schließlich, wer setzt den assistierten Suizid um? Dürfen wir dauerhaft die Gestaltung dieses Weges öffnen für Unternehmungen, die nicht gemeinnützig, sondern ökonomisch orientiert arbeiten? Bleibt der assistierte Suizid nur Menschen mit ausreichendem Vermögen offen oder müsste er dann durch unser Sozialsystem finanziert werden?

Aufgrund des großen Interesses an der letztjährigen Veranstaltung über assistierten Suizid und dem Ringen um eine menschenwürdige, zukunftsweisende Haltung zu den verschiedenen Wegen im Hinübergehen möchte das Netzwerk Hospiz dieses Thema weiter beleuchten. Was ist „gutes Sterben“? Was ist „gutes Leben“ vor dem Tod? Wie können Wege professionell, rechtssicher, qualitätsgesichert und würdevoll gestaltet werden?

Zu diesem Thema haben wir eine erfahrene und renommierte Referentin gewinnen können. Die österreichische Ärztin Dr. Christina Kaneider aus Innsbruck ist Allgemeinmedizinerin, Palliativärztin und Ethikerin (Master of Medical Ethic) sowie Präsidentin der gemeinnützigen Österreichischen Gesellschaft für ein Humanes Lebensende. Sie forscht zu ethischen Fragen am Lebensende und unterrichtet im Bereich Medizinethik an der Universität Innsbruck. Und sie erlaubt uns den Blick über den Tellerrand zu unseren österreichischen Nachbarn.

Im Gespräch mit Dr. Christoph Jung, der erneut die Moderation der Veranstaltung übernimmt, wird sie aus ihrer Praxis bei der Begleitung sterbewilliger Menschen berichten und eine mögliche Zukunft würdevollen Sterbens zeichnen. Im Anschluss an den Vortrag und die Gesprächsrunde sind Fragen aus dem Publikum willkommen.

Donnerstag, 22. Oktober, Kulturforum Klosterkirche Traunstein, 19:30 Uhr

Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung unter veranstaltung@netzwerk-hospiz.de oder Tel. 0861 909612-140.